CETA bedeu­tet Com­pre­hen­si­ve Eco­no­mic and Tra­de Agree­ment (deutsch: Umfas­sen­des Wirt­schafts- und Han­dels­ab­kom­men). Es ist das 2013 beschlos­se­ne Frei­han­dels­ab­kom­men zwi­schen der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on auf der einen und Kana­da auf der ande­ren Sei­te. Es wird oft auch als Blau­pau­se für das zwi­schen der EU und den USA geplan­te Han­dels­ab­kom­men TTIP bezeich­net. Das Abkom­men ist zwar bereits beschlos­sen, muss jedoch noch durch das Euro­päi­sche Par­la­ment und den Euro­päi­schen Rat aner­kannt wer­den.

Als Staa­ten­ge­mein­schaft hat die EU die Funk­ti­on einer juris­ti­schen Rechts­per­son. Sie darf also in bestimm­ten Fäl­len stell­ver­tre­tend Ent­schei­dun­gen für die Mit­glieds­län­der tref­fen und Ver­trä­ge mit ande­ren Län­dern oder Orga­ni­sa­tio­nen abschlie­ßen. Die­se Fel­der betref­fen die gemein­sa­me Han­dels-, Agrar- und Fische­rei­po­li­tik. Soge­nann­te Gemisch­te Abkom­men sind sol­che, bei denen die EU sich mit ihren Mit­glieds­staa­ten abspre­chen und abstim­men muss.

Obwohl die gemein­sa­me Han­dels­po­li­tik der Euro­päi­schen Uni­on obliegt, stand bis­her nicht zwei­fels­frei fest, wie weit die­se Kom­pe­tenz geht. Das ist, ins­be­son­de­re im Zusam­men­hang mit TTIP und CETA, auch den vie­len Kon­tro­ver­sen inner­halb der Mit­glieds­staa­ten geschul­det. Am 06. Juli 2016 beschloss die EU-Kom­mis­si­on schließ­lich, dass die Län­der­par­la­men­te der EU-Mit­glieds­staa­ten eigen­stän­dig über CETA abstim­men müs­sen.

Posi­tio­nen der Par­tei­en zu ceta

CDU

  • spricht sich für eine akti­ve Teil­nah­me am Zustan­de­kom­men von CETA aus
  • betont die wirt­schaft­li­chen Vor­tei­le des Frei­han­dels­ab­kom­mens
  • warnt vor zu lan­ger Unent­schlos­sen­heit
  • will der For­de­rung nach­kom­men, den Bun­des­tag in die end­gül­ti­ge Ent­schei­dung mit­ein­zu­be­zie­hen

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AfD

  • hat kei­nen deutsch­land­wei­ten Kon­sens
  • befür­wor­tet laut ihrem Par­tei­pro­gramm Frei­han­dels­ab­kom­men
  • for­dert Volks­ab­stim­mun­gen für Han­dels­ab­kom­men

Aus­führ­lich

Linke

  • ist gegen das Frei­han­dels­ab­kom­men CETA
  • äußert kla­re Beden­ken an ver­schie­de­nen Bestand­tei­len des Abkom­mens
  • for­dert, sowohl CETA, als auch TTIP zu stop­pen

Aus­führ­lich

CSU

  • begrüßt ein Frei­han­dels­ab­kom­men mit Kana­da
  • for­dert trans­pa­ren­te­re Ver­hand­lun­gen
  • ist in ihrer Mei­nung nicht voll­kom­men geeint

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SPD

 

  • ist für das Frei­han­dels­ab­kom­men mit Kana­da
  • macht sich für trans­pa­ren­te und nach­voll­zieh­ba­re Ver­hand­lun­gen stark
  • will die deut­schen Stan­dards nicht gefähr­den
  • will, dass euro­päi­sche und natio­na­le Par­la­men­te in kei­ner Wei­se ein­ge­schränkt wer­den

Aus­führ­lich

FDP

 

  • spricht sich für inter­na­tio­na­le Han­dels­ab­kom­men wie CETA aus
  • for­dern, dass Han­dels­hemm­nis­se abge­baut wer­den sol­len
  • wol­len die hohen Stan­dards bei Men­schen­rech­ten, Arbeits-, Lebens­mit­tel- und Umwelt­si­cher­heit hal­ten

Aus­führ­lich

B90/Grüne

 

  • for­dern von der Bun­des­re­gie­rung, dass sie CETA ablehnt
  • spre­chen sich gegen die Kla­ge­pri­vi­le­gi­en für aus­län­di­sche Inves­to­ren aus
  • wol­len Schutz der öffent­li­chen Daseins­vor­sor­ge
  • sind für das Vor­sor­ge­prin­zip und gegen den wis­sen­schafts­ba­sier­ten Ansatz
  • wol­len, dass Welt­wirt­schafts­be­zie­hun­gen zum Wohl der Men­schen gestal­ten wer­den

Aus­führ­lich