Die Erb­schafts­steu­er ist zusam­men mit der Schen­kungs­steu­er im Erb­schafts­steu­er- und Schen­kungs­steu­er­ge­setz gere­gelt. Sie dient der Besteue­rung eines Erbes (Erwerb von Ver­mö­gen, ver­ur­sacht durch den Tod des Ver­er­ben­den) oder der Besteue­rung einer Schen­kung (unter Leben­den).

Auf­grund eines Urteils des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 17. Dezem­ber 2014 – in dem zwei Para­gra­phen teil­wei­se für ver­fas­sungs­wid­rig erklärt wur­den – muss­te der Gesetz­ge­ber bis zum 30. Juni 2016 eine Neu­re­ge­lung tref­fen. Eine Erbschaftssteuer‑Reform wur­de vor Kur­zem vom Bun­des­tag ver­ab­schie­det, die­se lehn­te der Bun­des­rat jedoch am 8. Juli 2016 ab. Es wer­den Neu­ver­hand­lun­gen fol­gen, die Ent­schei­dung ist frü­hes­tens für den Herbst des Jah­res 2016 geplant.

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Posi­tio­nen der Par­tei­en zur Erb­schafts­steu­er

CSU
  • möch­te den Mit­tel­stand vor der Erb­schafts­steu­er schüt­zen
  • for­dert eine Regio­na­li­sie­rung der Steu­er­re­ge­lung für Erbe
  • möch­te Fami­li­en­un­ter­neh­men vor der Steu­er bewah­ren
  • hat eine Kom­pro­miss­lö­sung akzep­tiert, die aber nicht alle geplan­ten Agen­da­punk­te mit ein­be­zieht

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FDP

 

  • kri­ti­siert das Kon­zept der Erb­schafts­steu­er und for­dert eine Über­ar­bei­tung
  • bezeich­net die Erb­schafts­steu­er als fami­li­en- und mit­tel­stands­feind­lich, zudem kos­te sie vie­le Arbeits­plät­ze
  • schlägt vor, die Erhe­bung auf die Län­der zu über­tra­gen oder die Erb­schafts­steu­er gänz­lich abzu­schaf­fen

Aus­führ­lich

SPD

 

  • erach­tet die Neu­re­ge­lung der Erb­schafts­steu­er als posi­tiv
  • sieht mit der neu­en Rege­lung kei­ne Arbeits­plät­ze gefähr­det
  • hält die neue Rege­lung für ver­fas­sungs­kon­form
  • sieht so weni­ger Begüns­ti­gun­gen für sehr rei­che Unter­neh­menser­ben

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AfD

  • setzt sich für die Abschaf­fung der Erb­schafts­steu­er ein
  • for­dert dazu auf, die Reform der Erb­schafts­steu­er als Chan­ce zu sehen
  • lehnt eine dop­pel­te Ver­steue­rung von Ein­kom­men ab

Aus­führ­lich

B90/Grüne

 

  • haben eige­nes Reform­kon­zept (Flat-Tax)
  • wol­len bis­he­ri­ge Frei­be­trä­ge bei­be­hal­ten
  • for­dern einen ein­heit­li­chen Steu­er­satz von 15%
  • möch­ten bei Fir­men­er­ben eine Raten­zah­lung über 15 Jah­re hin­weg ermög­li­chen
  • wol­len sicher­stel­len, dass Erb­schaft­steu­er und Ver­mö­gens­ab­ga­be nicht gleich­zei­tig zu leis­ten sind

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Linke

  • for­dert eine Erhö­hung der Erb­schafts­steu­er
  • for­dert die Abschaf­fung von steu­er­li­cher Bevor­tei­lung für Unter­neh­menserb­schaf­ten
  • ist für eine ein­heit­li­che Besteue­rung von Erb­schaf­ten, unab­hän­gig von der Ver­mö­gens­art
  • kri­ti­siert die aktu­el­le und die vor­he­ri­gen Bun­des­re­gie­run­gen für ihre Ent­schei­dun­gen

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CDU

  • will klei­ne­re und mit­tel­gro­ße Unter­neh­men von der Erb­schaft­steu­er weit­ge­hend ver­scho­nen
  • will, dass der Mit­tel­stand auch wei­ter­hin inves­tie­ren und Arbeits­plät­ze sichern kann
  • einig­te sich inner­halb der Regie­rung auf einen Gesetz­ent­wurf zur Anpas­sung des Erb­schaft- und Schen­kungs­steu­er­ge­set­zes nach Maß­ga­be des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts
  • stimm­te im Bun­des­tag geschlos­sen für den von der Regie­rungs­ko­ali­ti­on vor­ge­schla­ge­nen Geset­zes­ent­wurf

Aus­führ­lich