Ein­kom­mens­un­ter­schie­de zwi­schen Män­nern und Frau­en (auch engl.: „Gen­der Pay Gap“) sind ein hoch­ak­tu­el­les The­ma, mit dem sich die Poli­tik beschäf­tigt und aus dem ver­schie­de­ne For­de­run­gen an die Wirt­schaft resul­tie­ren. Der Gen­der Pay Gap bezeich­net dabei die Dif­fe­renz des durch­schnitt­li­chen Brut­to­stun­den­ver­diens­tes bei Män­nern und Frau­en.

Der durch­schnitt­li­che Ver­dienst­un­ter­schied zwi­schen Män­nern und Frau­en wird mit rund 21 % ange­ge­ben. So ver­dien­ten Män­ner cir­ca 20,60 € pro Stun­de und Frau­en 16,20 € — im Durch­schnitt. Grün­de für die­se Dif­fe­renz kön­nen unter­schied­li­che Bran­chen und Beru­fe, ungleich ver­teil­te Arbeits­platz­an­for­de­run­gen oder ein gerin­ge­rer Beschäf­ti­gungs­um­fang bei Frau­en, bei­spiels­wei­se durch Arbeit in Teil­zeit sein.

Die genann­ten Grün­de machen rund zwei Drit­tel (66 %) der Lohn­dif­fe­renz aus und kön­nen das Gesamt­bild leicht ver­fäl­schen. Der Gehalts­un­ter­schied von 21 %, bei dem die genann­ten Grün­de rech­ne­risch nicht berück­sich­tigt wer­den, nennt sich „Unbe­rei­nig­ter Gen­der Pay Gap“. Dem­ge­gen­über steht der „Berei­nig­te Gen­der Pay Gap“, in dem der Gehalts­un­ter­schied rund 7 % beträgt. Somit ver­die­nen Frau­en bei glei­cher oder ver­gleich­ba­rer Tätig­keit und Qua­li­fi­ka­ti­on rund 7 % weni­ger als Män­ner. Auch hier­bei wer­den jedoch Erwerbs­un­ter­bre­chun­gen, bei­spiels­wei­se durch Schwan­ger­schaft oder Eltern­zeit, nicht berück­sich­tigt.

Posi­tio­nen der Par­tei­en zum Gen­der Pay Gap

FDP

 

  • bezieht kei­ne kla­re Posi­ti­on auf Bun­des­ebe­ne
  • kri­ti­siert das Ent­gelt­gleich­heits­ge­setz
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CSU

  • ist für glei­che Bezah­lung von Mann und Frau bei glei­cher geleis­te­ter Arbeit
  • sieht äuße­re Umstän­de als ver­ant­wort­lich für den hohen Lohn­un­ter­schied
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Linke

  • tritt für die Ent­gelt­gleich­heit ein
  • bemän­gelt die Grün­de für unglei­che Löh­ne als struk­tu­rell in der Gesell­schaft ver­an­kert
  • prä­sen­tiert einen umfas­sen­den For­de­rungs­ka­ta­log zur Behe­bung des Pro­blems
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AfD

Die Alter­na­ti­ve für Deutsch­land bezieht auf Bun­des­ebe­ne kei­ne Posi­ti­on zu Ein­kom­mens­un­ter­schie­den zwi­schen Män­nern und Frau­en. Die Par­tei plant kei­ne Maß­nah­men, um eine mög­li­che durch­schnitt­li­che Ein­kom­mens­dif­fe­renz zwi­schen den Geschlech­tern aus­zu­glei­chen.

CDU

  • erkennt die Pro­ble­ma­tik von Ein­kom­mens­un­ter­schei­den zwi­schen Mann und Frau
  • ist für die Ent­gelt­gleich­heit
  • beschloss mit Regie­rungs­part­nern ein Gesetz, wel­ches die Ent­gelt­gleich­heit för­dern soll
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SPD

 

  • will per Gesetz Ein­kom­mens­un­ter­schie­de zwi­schen Män­nern und Frau­en aus­glei­chen
  • setzt sich für ein Ver­fah­rens­ge­setz ein, das zur gerech­ten Bezah­lung ver­pflich­tet
  • ist für mehr Trans­pa­renz über betrieb­li­che Ent­gelt­fin­dungs­sys­te­me
  • will Mini­jobs refor­mie­ren, weil die­se oft eine Nied­rig­lohn-Fal­le für Frau­en dar­stel­len
  • möch­te eine ent­gelt­li­che Auf­wer­tung der frau­en­do­mi­nier­ten Beru­fe
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B90/Grüne

 

  • ste­hen für glei­che Bezah­lung für Mann und Frau bei glei­cher geleis­te­ter Arbeit
  • for­dern des­we­gen ein effek­ti­ves Gesetz zur Ent­gelt­gleich­heit
  • wol­len finan­zi­ell bes­se­re Aner­ken­nung für Beru­fe im Pfle­ge­sek­tor
  • for­dern Frau­en­quo­ten in Auf­sichts­rä­ten
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