Lob­by­is­mus wird all­ge­mein ver­stan­den als der Ver­such der direk­ten oder indi­rek­ten Ein­fluss­nah­me auf poli­ti­sche Ent­schei­dungs­trä­ger durch exter­ne Teil­neh­mer. Dies sind in den meis­ten Fäl­len Inter­es­sen­ver­tre­ter von Orga­ni­sa­tio­nen, Ver­bän­den und Kon­zer­nen jeg­li­cher Art, die durch Lob­by­is­mus ver­su­chen, poli­ti­sche Pro­zes­se von Orga­ni­sa­tio­nen zum Bei­spiel in der Gesetz­ge­bung zu ihren Guns­ten zu beein­flus­sen. Dadurch sol­len die eige­nen Inter­es­sen durch­ge­setzt bzw. ver­tre­ten wer­den.

Deutsch­land als wirt­schaft­lich stärks­te Kraft in Euro­pa ist beson­ders inter­es­sant für die Lob­by­ar­beit. Lob­by­is­ten ste­hen meist in engem Kon­takt zu Poli­ti­kern und bera­ten die­se. Dies geschieht haupt­säch­lich abseits der Öffent­lich­keit. Die Mei­nun­gen über Lob­by­is­mus gehen dahin­ge­hend aus­ein­an­der, da sie einer­seits den poli­ti­schen Ent­schei­dungs­trä­gern hel­fen, sich in gewis­sen The­men zurecht­zu­fin­den, indem sie von Fach­leu­ten bera­ten wer­den. Ande­rer­seits haben Lob­by­is­ten dadurch auch Ein­fluss auf poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen und zum Bei­spiel auf die Gesetz­ge­bung. Außer­dem hilft Lob­by­is­mus auch klei­nen Ver­bän­den oder „Nicht-Regie­rungs-Orga­ni­sa­tio­nen“ wie Natur­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen beim Ver­tre­ten ihrer Inter­es­sen.

Mehr

Posi­tio­nen der Par­tei­en zu Lob­by­is­mus

 

  • will ver­pflich­ten­des Lob­by­is­ten­re­gis­ter beim Deut­schen Bun­des­tag
  • sieht die Uni­on als Hin­der­nis für die Gesetz­ge­bung
  • fin­det, dass der Begriff des Lob­by­is­mus unge­recht­fer­tigt nega­tiv behaf­tet ist
Aus­führ­lich

 

  • for­dern ein ver­pflich­ten­des Lob­by­is­ten­re­gis­ter
  • wol­len mehr Trans­pa­renz bei Neben­ein­künf­ten von Poli­ti­kern
  • for­dern Karenz­zeit für aus­schei­den­de Regie­rungs­mit­glie­der
  • wol­len die Mit­ar­beit von Lob­by­is­ten in Minis­te­ri­en unter­sa­gen
Aus­führ­lich

CSU

Im Grund­satz­pro­gramm der CSU fin­den sich kei­ne Aus­sa­gen zu Trans­pa­renz und Regu­lie­rung des Lob­by­is­mus.

Wei­te­re Aus­sa­gen von Par­tei­mit­glie­dern und Quel­len sind auf­grund feh­len­der Aktua­li­tät nicht auf­ge­führt.

AfD

  • hält über­bor­den­den Lob­by­is­mus für demo­kra­tie­ge­fähr­dend
  • erkennt einen Dunst­kreis von Lob­by­is­mus und Kor­rup­ti­on
  • for­dert ein Lob­by­is­ten-Gesetz mit Rech­ten, Pflich­ten und Sank­tio­nen
Aus­führ­lich

CDU

  • ist gegen die Ein­füh­rung eines Lob­by­re­gis­ters oder eine Regu­lie­rung von Lob­by­is­mus
  • sieht kein Trans­pa­renz­de­fi­zit im Zusam­men­hang mit Lob­by­is­ten
  • gewähr­te in der aktu­el­len Legis­la­tur­pe­ri­ode die meis­ten Zugangs­er­laub­nis­se für Lob­by­is­ten in den Bun­des­tag
Aus­führ­lich

Linke

  • ist grund­sätz­lich nicht gegen Lob­by­is­mus
  • for­dert die kri­ti­sche Beob­ach­tung von Lob­by­is­mus
  • for­dert stren­ge­re Regu­lie­run­gen für Poli­ti­ker und Wirt­schaft
Aus­führ­lich

 

Die FDP trifft kei­ne Aus­sa­gen zum Lob­by­is­mus in Deutsch­land.