Online-Daten­schutz bezeich­net den Schutz pri­va­ter Daten – z.B. Name, Anschrift, Tele­fon­num­mer – wel­che über das Inter­net über­tra­gen wer­den. Das Recht auf Anony­mi­tät steht laut Tele­diensteda­ten­schutz­ge­setz jedem zu und besagt, dass per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten nur nach Ein­wil­li­gung des Betrof­fe­nen oder auf Grund­la­ge von Geset­zen ver­ar­bei­tet wer­den dür­fen.

Vie­le Inter­net­händ­ler, sozia­le Netz­wer­ke und Cloud-Anbie­ter spei­chern und ver­ar­bei­ten Daten ihrer Kun­den. Dies ist in der Regel legal, da die Nut­zer der Ver­ar­bei­tung zuvor zustim­men müs­sen. Als Gegen­wert erhal­ten die­se meist die Mög­lich­keit, die Inter­net­diens­te kos­ten­los zu nut­zen.

Seit Dezem­ber 2015 ist die soge­nann­te Vor­rats­da­ten­spei­che­rung (auch: Min­dest­da­ten­spei­che­rung oder Min­dest­spei­cher­frist) wie­der in Kraft getre­ten. Dem­nach müs­sen Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­an­bie­ter Ver­bin­dungs­da­ten spei­chern, wel­che dann im Bedarfs­fall von Ermitt­lungs­be­hör­den genutzt wer­den kön­nen. Es wird also kein Anfangs­ver­dacht für eine kri­mi­nel­le Tat benö­tigt, um Ver­bin­dungs­art, -dau­er, -datum und Uhr­zeit zu spei­chern. Die Inhal­te der Kom­mu­ni­ka­ti­on wer­den jedoch nicht gespei­chert.

Posi­tio­nen der Par­tei­en zum Online-Daten­schutz

FDP

 

  • will jeden Bür­ger selbst bestim­men las­sen, wel­che Daten gespei­chert wer­den
  • for­dert ein zeit­ge­mä­ßes und inter­na­tio­na­les Daten­schutz­ab­kom­men
  • ist für die Errich­tung einer effek­ti­ven Daten­schutz­auf­sicht
  • lehnt die Vor­rats­da­ten­spei­che­rung strikt ab

Aus­führ­lich

Linke

  • for­dert eine Stär­kung des Online-Daten­schut­zes
  • for­dert dazu ver­schie­de­ne spe­zi­fi­sche Maß­nah­men
  • kri­ti­siert die regie­ren­den Par­tei­en für ihre Ent­schei­dun­gen

Aus­führ­lich

AfD

  • bezeich­net das Recht auf „infor­mel­le Selbst­be­stim­mung“ als wich­ti­ges Gut
  • for­dert, dass Straf­tä­ter kein Recht auf Daten­schutz haben sol­len
  • bewer­tet die Sicher­heit höher als den Daten­schutz
  • for­dert das Ein­stel­len anlass­lo­ser und unkon­trol­lier­ba­rer Über­wa­chungs­maß­nah­men

Aus­führ­lich

SPD

 

  • möch­te Medi­en­kom­pe­tenz früh ver­mit­teln
  • will, dass ver­trau­li­che Kom­mu­ni­ka­ti­on auch ver­trau­lich behan­delt wird
  • ist gegen die Spei­che­rung von Bewe­gungs­pro­fi­len
  • möch­te mit Netz-Exper­ten und Bür­ger­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen zusam­men arbei­ten
  • möch­te die IT-Infra­struk­tur der Ermitt­lungs­be­hör­den zeit­ge­mäß hal­ten

Aus­führ­lich

CDU

  • spricht sich für einen zeit­ge­mä­ßen Daten­schutz aus
  • for­dert Abwä­gung zwi­schen Sicher­heits­in­ter­es­sen Deutsch­lands und Daten­schutz­in­ter­es­sen Ein­zel­ner
  • for­dert, dass Daten ver­ant­wor­tungs­be­wusst für inno­va­ti­ve Pro­jek­te genutzt wer­den dür­fen
  • sprach sich für eine zügi­ge Umset­zung der EU-Daten­schutz-Grund­ver­ord­nung aus
  • for­dert eine Struk­tur­re­form der Daten­schutz­auf­sicht

Aus­führ­lich

B90/Grüne

 

  • wol­len Daten­schutz­recht kom­plett neu­ge­stal­ten
  • for­dert, dass Daten­schutz im Grund­ge­setz für staat­li­che und pri­va­te Stel­len fest­ge­schrie­ben wird
  • will den Kern­be­reich des Per­sön­lich­keits­rechts auch für staat­li­che Sicher­heits­or­ga­ne unan­tast­bar hal­ten
  • spre­chen sich gegen eine Vor­rats­da­ten­spei­che­rung aus und wol­len Inter­netsper­ren durch Sicher­heits­be­hör­den ver­hin­dern

Aus­führ­lich

CSU

  • for­dert Min­dest­spei­cher­zei­ten von Kon­takt­da­ten
  • möch­te mit Min­dest­spei­cher­fris­ten die Cyber­kri­mi­na­li­tät redu­zie­ren
  • äußert, dass sie die Poli­zei bes­ser gegen digi­ta­le Ver­bre­chens­be­kämp­fung aus­stat­ten will
  • ist der Mei­nung, dass der Schutz der Daten dem Staa­te obliegt
  • will die Bür­ger zu mehr Acht­sam­keit bezüg­lich der per­sön­li­chen Daten erzie­hen

Aus­führ­lich