Das Ren­ten­ein­tritts­al­ter ist das Alter, ab dem eine Per­son aus der gesetz­li­chen Ren­ten­kas­se erst­mals Ren­te auf Grund des Alters in Anspruch neh­men kann. In der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land besteht zur Alters­vor­sor­ge das Sys­tem der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung. Im Rah­men des soge­nann­ten Gene­ra­tio­nen­ver­tra­ges zah­len Arbeit­neh­mer wäh­rend ihrer beruf­li­chen Lauf­bahn in die Ren­ten­kas­sen ein, um die Ren­te für nicht mehr berufs­tä­ti­ge zu finan­zie­ren.

Für Geburts­jahr­gän­ge nach 1964 liegt das aktu­el­le (Mai 2016) gesetz­li­che Ren­ten­ein­tritts­al­ter bei 67 Jah­ren, für Jahr­gän­ge vor 1952 liegt das Ein­tritts­al­ter noch bei 65 Jah­ren. Die Anhe­bung des Ren­ten­ein­tritts­al­ters von 65 auf 67 Jah­ren erfolgt schritt­wei­se für die Jahr­gän­ge zwi­schen 1947 und 1964.

Män­ner, die 45 Jah­re in die Ren­ten­kas­se ein­ge­zahlt haben, kön­nen eben­falls schon mit 65 in Ren­te gehen – bei Frau­en ist die Fest­le­gung auf­grund von Arbeits­pau­sen durch z.B. Schwan­ger­schaft etwas kom­pli­zier­ter. Alter­na­tiv zum alters­be­ding­ten Ren­ten­an­spruch kann auch eine gesetz­li­che Ren­te durch den Tod eines Ehe­part­ners (Wit­wer- und Wit­wen­ren­te) oder durch Krank­heit oder Behin­de­rung (ver­min­der­te Erwerbs­fä­hig­keit) ein­tre­ten. Es besteht die Mög­lich­keit, ent­we­der vor dem 67. / 65. Lebens­jahr in Ren­te zu gehen, wodurch sich die Ren­te für jeden frü­her aus­ge­schie­de­nen Monat um 0,3 % ver­rin­gert, oder nach dem 65. / 67. Lebens­jahr, wodurch die monat­li­che Ren­ten­zah­lung um 0,5 % pro Monat steigt.

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Posi­tio­nen der Par­tei­en zum Ren­ten­ein­tritts­al­ter

Linke

  • lehnt die Ren­te mit 67 ab
  • for­dert ein fle­xi­bles Ren­ten­ein­tritts­al­ter nach min­des­tens 40 Bei­trags­jah­ren
  • will einen abschlag­frei­en Über­gang in die Ren­te nach 40 Jah­ren
  • for­dert eine steu­er­fi­nan­zier­te, soli­da­ri­sche Min­dest­ren­te

Aus­führ­lich

CDU

  • for­dert eine schritt­wei­se Ein­füh­rung des Ren­ten­ein­tritts­al­ters von 67 Jah­ren bis zum Jahr 2029
  • ver­tritt die Mei­nung: Wer frei­wil­lig län­ger arbei­ten möch­te, dem soll die Mög­lich­keit dazu gege­ben wer­den.
  • ist sich inner­halb der Par­tei unei­nig
  • Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Schäub­le for­dert die Ren­te mit 70 Jah­ren
  • Uni­ons­frak­ti­ons­chef Kau­der ist gegen Schäub­les Vor­schlag

Aus­führ­lich

SPD

 

  • for­dert bei 45 Ver­si­che­rungs­jah­ren einen abschlags­frei­en Zugang zur Ren­te mit 63
  • ist für die Erleich­te­rung der Mög­lich­keit für Zusatz­bei­trä­ge in die Ren­ten­ver­si­che­rung
  • strebt eine Teil­ren­te ab 60 Jah­ren an
  • will einen abschlags­frei­en Zugang zur Erwerbs­min­de­rungs­ren­te

Aus­führ­lich

CSU

  • for­dert zusam­men mit der CDU eine schritt­wei­se Ein­füh­rung des Ren­ten­ein­tritts­al­ters von 67 Jah­ren bis zum Jahr 2029
  • hat sich für die Fle­xi­ren­te ein­ge­setzt, die eine Wei­ter­be­schäf­ti­gung nach dem Ren­ten­ein­tritt ermög­licht
  • äußert sich sel­ten zum Ren­ten­ein­tritts­al­ter

Aus­führ­lich

B90/Grüne

 

  • for­dert ein fle­xi­bles Ren­ten­ein­tritts­al­ter
  • for­dert gleich­zei­ti­gen Schutz für Per­so­nen, die die Regel­ar­beits­gren­ze nicht errei­chen
  • for­dert weni­ger Popu­lis­mus und mehr Sach­lich­keit in der Ren­ten­de­bat­te

Aus­führ­lich

AfD

  • for­dert eine Erhö­hung des Ren­ten­ein­tritts­al­ters auf­grund der stei­gen­den Lebens­er­war­tung
  • for­dert für das Ein­tritts­al­ter die Berück­sich­ti­gung der kör­per­li­chen Schwe­re des Beru­fes, sowie die Anzahl der Kin­der

Aus­führ­lich

FDP

 

  • for­dert eine Anpas­sung des Ren­ten­sys­tems
  • for­dert ein fle­xi­bles Ren­ten­ein­tritts­al­ter
  • for­dert mehr Indi­vi­dua­li­tät und Eigen­ver­ant­wor­tung
  • Übt Kri­tik am bis­he­ri­gen Ren­ten­sys­tem
  • will die Abschaf­fung der Hin­zu­ver­dienst­gren­zen

Aus­führ­lich