Ange­sichts der Olym­pi­schen Spie­le im Jahr 2016 geriet die Spit­zen­sport­för­de­rung der Bun­des­re­pu­blik in den Fokus von Medi­en und Poli­tik. Gefor­dert wur­de vor allem eine Reform der Sport­för­de­rung mit dem Ziel, künf­tig grö­ße­re Erfol­ge bei inter­na­tio­na­len Sport­ver­an­stal­tun­gen ver­zeich­nen zu können.

Die finan­zi­el­le Unter­stüt­zung der Bun­des­re­pu­blik fußt auf dem Sub­si­dia­ri­täts­prin­zip (der Staat tritt nur unter­stüt­zend für klei­ne­re Orga­ni­sa­ti­ons­ebe­nen in Akti­on) und dient somit als Ergän­zung zur selbst­stän­di­gen Finan­zie­rung durch Orga­ni­sa­tio­nen, Ver­bän­de und Sport­ein­rich­tun­gen. Die­se finan­zi­el­le För­de­rung soll nun refor­miert wer­den, um die Erfol­ge deut­scher Sport­ler zu erhö­hen. Zustän­dig für die Reform sind der Deut­sche Olym­pi­sche Sport­bund und das Innen­mi­nis­te­ri­um. Die Reform der Spit­zen­sport­för­de­rung sieht einen Struk­tur­ab­bau zur Kos­ten­ein­spa­rung vor. Die­ser Abbau hat die Schlie­ßung von 40 der 200 Bun­des­stütz­punk­te und von 6 der 19 Olym­pia­stütz­punk­te zur Fol­ge. Zudem ist geplant, zukünf­tig eine spe­zi­fi­sche Abschät­zung der Medail­len­chan­cen der Sport­ler in ein­zel­nen Dis­zi­pli­nen vor­zu­neh­men. Die­se Ein­schät­zung soll mit­hil­fe eines Poten­ti­al-Ana­ly­se­sys­tems (kurz: PotAS) erfol­gen, wel­ches knapp 80 Attri­bu­te aus­wer­tet. Dadurch soll sich eine höhe­re finan­zi­el­le För­de­rung bei Sport­lern mit einer höhe­ren Medail­len­chan­ce ent­wi­ckeln und folg­lich eine gerin­ge­re För­de­rung bei einer gerin­ge­ren Medail­len­chan­ce. Zudem brach­te Innen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re den Vor­schlag vor, die För­de­run­gen für durch Doping „ver­seuch­te“ Sport­ar­ten kom­plett zu streichen.

Die Reform der Spit­zen­sport­för­de­rung lös­te vie­le Kon­tro­ver­sen in der Öffent­lich­keit aus, ins­be­son­de­re jedoch bei den Sport­lern selbst. Es wird hin­ter­fragt, ob ein­zig die Medail­len­chan­ce von Sport­lern bzw. Sport­ar­ten von Bedeu­tung sein dürfe.

Posi­tio­nen der Par­tei­en zur Spitzensportförderung

SPD

 

  • sieht Sport als eine gesell­schaft­li­che Aufgabe
  • kri­ti­siert die Neu­struk­tu­rie­rung der För­de­rung des Spitzensports
  • betont, dass Spit­zen­sport­för­de­rung kein Medail­len­ge­ne­ra­tor sei
  • fin­det, dass Sport Wer­te wie Fair­ness, Ziel­stre­big­keit und Selbst­dis­zi­plin vermittelt
Aus­führ­lich

FDP

 

  • strebt an, die Spit­zen­sport­för­de­rung auf hohem Niveau fortzuführen
  • hat in der Ver­gan­gen­heit bereits mehr­fach Initia­ti­ven ergrif­fen, Spit­zen­sport zu fördern
  • will den Kampf gegen das Doping ver­stärkt angehen
  • möch­te den Schutz des Sports im Grund­ge­setz verankern
Aus­führ­lich

AfD

Die Alter­na­ti­ve für Deutsch­land äußer­te sich weder auf Lan­des­ebe­ne noch auf Bun­des­ebe­ne zur Spit­zen­sport­för­de­rung in Deutsch­land. Auch die geplan­te Reform ist bis­her kein The­ma, zu dem die Par­tei eine Posi­ti­on bezo­gen hat.

B90/Grüne

 

  • leh­nen das Kon­zept der Spit­zen­sport­för­de­rung in sei­ner jet­zi­gen Form ab
  • wol­len den Ath­le­ten im Mit­tel­punkt der Förderung
  • for­dern eine dua­le Lauf­bahn (Sport & Bildung/Beruf)
Aus­führ­lich

CDU

  • leg­te ein Kon­zept zur Ver­bes­se­rung der Spit­zen­sport­för­de­rung vor
  • beschloss Erhö­hung der Spit­zen­sport­för­de­rung um 5,2 Mio. Euro für 2017
Aus­führ­lich

Linke

  • spricht sich vor allem für die Brei­ten­sport­för­de­rung aus
  • sieht eine wech­sel­sei­ti­ge Bezie­hung zwi­schen der För­de­rung von Brei­ten- und Spitzensport
  • möch­te den brei­ten Zugang der Bevöl­ke­rung zum Sport verbessern
Aus­führ­lich

CSU

Die CSU äußert sich „nur“ im Rah­men der Bun­des­tags­frak­ti­on CDU/CSU zur Spit­zen­sport­för­de­rung. Die Punk­te sind unter CDU aufgeführt.